Frau Harke macht sich Gedanken über die armen Krankenkassen

Nun bekommen sie schon so viele Beiträge und doch reicht es hinten und vorne nicht. Zum Glück hat ja die Bundesregierung von Anfang an die Möglichkeit von zusätzlichen Forderungen offen gelassen. Wieso also hätten sie da sparen sollen? Da werden riesige Verwaltungen aufgebaut, wird mit den Pharmakonzernen gekungelt, wird verpulvert, was das Zeug hält.
Geht Frau Harke mal zum Arzt, zahlt sie als erstes zehn Euro Praxisgebühr. Stellt der Arzt ein Rezept aus, muss der Apothker erst mal nachsehen, ob ihre Kasse nicht noch ein billigeres Medikament rausgefunden hat. Dieses kriegt sie dann, muss selbstverständlich zuzahlen. Braucht Frau Harke eine neue Brille, weil sie nicht mehr genug sieht, soll sie sie doch kaufen. Die Krankenkasse hält sich grundsätzlich raus. Für sie ist es doch viel besser, wenn Frau Harke nicht überall so genau draufguckt. Auch wenn sie regelmäßig beim Zahnarzt war, versagt eines Tages vielleicht ein Zahn seinen Dienst. Ist die entstandene Lücke nun zu groß, um noch kräftig zubeißen zu können, will sich Frau Harke da einen Ersatz implantieren lassen. Darf sie, aber bitte auf eigene Kosten. Braucht sie aber auch nicht, sicher wird sie sowieso bald weniger zu beißen haben.
Da fragt sich Frau Harke doch, wozu der ganze Aufwand mit den zahllosen Krankenkassen überhaupt? Spätestens in zwanzig Jahren wird es keine Ärzte mehr geben. Wer will denn heute noch Medizin studieren? Dann füllt jeder Kranke zu Hause einen Fragebogen aus, den er über das Internet abrufen kann. Daraus ermittelt dann die einzige noch existierende Kasse eine Behandlungsstrategie. Will oder kann der Patient den Fragebogen nicht ausfüllen, kann auch das Finanzamt, die Agentur für Arbeit oder Hinz und Kunz aushelfen. In diesem Staat weiß nämlich jeder alles. Datenschutz steht nur auf dem Papier.
Der Patient kann aber auch wieder mit Heilkräutern seine Leiden lindern. Das hat doch früher auch gewirkt. Sammelt er sie selber, wird er sie bald gar nicht mehr brauchen, denn Bewegung an der frischen Luft fördert bekanntlich die Genesung. Das sind so die Aussichten, über die Frau Harke nachdenkt. Das Schlimme ist bloß: Wo bleiben denn da die armen Pharmakonzerne? Die müssen sich ja schon wieder eine neue Massenhysterie ausdenken, wo es doch schon mit der Schweinegrippe nicht mehr so richtig geklappt hat.
Bleibt bloß alle schön gesund wünscht euch Frau Harke

Ein Gedanke zu „Frau Harke macht sich Gedanken über die armen Krankenkassen

  1. Sebastian

    Danke für diesen Artikel. Schade, dass daran so viel wahr ist…

Kommentare sind geschlossen.